Das beste Unkraut: Giersch

Aktualisiert: 1. März

Giersch

(Aegopodium Podagraria)


Dem Giersch gehört meine Liebe! Er ist überall zu finden, fast ganzjährig, und schmeckt einfach unglaublich lecker! Auf jedem meiner Frühlings Kräuter Spaziergänge finde ich ihn.

Diese Begeisterung musste jedoch wachsen … fast jeder, der einen Garten hat, kämpft mit dem Baumtropf, oder Geissfuss, wie er auch genannt wird. Er ist dermassen ausdauernd und anhänglich, auch ich habe hierzu eine schöne Geschichte:

Als wir vor 10 Jahren in unser heutiges Heim zogen, war der alter barocke Bauerngarten in einem erbärmlichen Zustand. Seit Jahren war nichts mehr gemacht worden, der Apfelbaum im traditionellen Buchsring in der Mitte überschattete alles. Der Garten bestand aus Moos, Giersch und einer ausufernden Jasmin Hecke. Die Wege waren kaum mehr sichtbar.

Mein lieber Onkel, dem das Haus gehörte, bestellte daraufhin einen Landschaftsgärtner, und die haben sage und schreibe zwölf! Tonnen Erde ausgewechselt! Mit dem Bagger wurde zwei Meter tief gegraben, um alle Gierschwurzeln zu erwischen. Frische, gierschfreie Erde wurde reingekippt

Die alten Rosensorten von meinem Grossvater, die unter dem Jasmin Gestrüpp zum Vorschein kamen, wurde in die schönen, frischen Beete gesetzt, und ein Weilchen hab ich mich an diesem adretten, gut schweizerischen Bild erfreut. Wie das Leben so spielt, ich hatte noch anderes zu tun als zu Jäten, und es dauerte kein Jahr, da war alles wieder voller Giersch! Zusammen mit Farn, Schachtelhalm und Efeu hatte ich meine «Bodenbedecker» komplett. Aber es störte mich nicht, ich fand diesen Urwald charmant (im wahrsten Sinne Urwald: Farn und Schachtelhalm sind mit dabei bei den ältesten Pflanzen der Evolutionsgeschichte) Und unsere Katze liebt die kühlen, schattigen Plätzchen unter dem Farn im Sommer.

Und kurz darauf entdeckte ich die kulinarischen Vorzüge dieses Unkrauts. Ob als Bestandteil einer Neunkräutersuppe, klein geschnitten im Salat, als Spinat und mein Liebling: gehackt auf ein Frischkäsebrot, mit einem Hauch Salz! Auch Pesto lässt sich damit zaubern, oder als heimischer Superfood in den Smoothie.


Giersch gehört zu den proteinreichsten Wildkräutern; er enthält 15x so viel Protein wie Endiviensalat und der Vitamin-C-Gehalt ist viermal höher als in Zitronen.

Die sekundären Pflanzenstoffe des Gierschs helfen bei der Entgiftung und Entsäuerung, ausserdem hat er eine antibakterielle und antioxidative Wirkung. Äusserlich angewendet nützt eine Gierschsalbe bei Gicht, auch das wussten unsere Vorfahren schon. Der lateinische Name deutet darauf hin, denn «Caelius podagram» heisst Gicht auf lateinisch. Für Heilzwecke erntet man die Blätter und Stiele kurz vor der Blüte, sie enthalten dann die meisten Wirkstoffe.

Gesammelt werden die jungen, frischen Blätter und Blattstiele. Sie schmecken würzig fein, ein bisschen nach Rüebli mit Peterli gemischt. Nach der Blüte werden sie herber im Geschmack, jedoch wachsen frische kleine Blätter nach jeder Ernte nach, somit ist fast das ganze Jahr hindurch Erntezeit.

Die Blüten sind auch essbar, als leichte Schärfe über den Salat oder das Risotto gestreut eine Delikatesse!

Wichtig ist das sichere Bestimmen, den die Doldenblütler haben auch ein paar giftige Vertreter. Die 3-3-3 Regel macht es jedoch einfach:

1. Dreikantiger Stengel

2. Vom Stängel gehen drei Blattgruppen ab

3. Die Blattgruppen sind wiederum dreifach unterteilt

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