Gundermann: Ein kraftvolles Kraut zu Beltane


Gut für Menschen, schlecht für Hexen



Der Gundermann blüht im Moment ganz prächtig. Seine violetten Blüten sind eine Augen- und Bienenweide, und machen sich hervorragend als Deko auf einem Salat. Das Kraut wird traditionell in der Neunkräutersuppe verwendet, ist aber auch als Wiesen After Eight (schokolierte Blätter) ein Renner. Auch trinken kann man ihn; Für einen Wiesendudler nehme ich einen Liter Apfelsaft und packe da Gundermann, Giersch, Schafgarbe, Waldmeister etc rein und lass es mindestens zwei Stunden (besser über Nacht) ziehen. Danach wird mit einem Spritzer Zitronensaft und Mineralwasser aufgefüllt und gekühlt serviert. Bevor das Reinheitsgebot in Kraft trat (das deutsche Reinheitsgebot ist die älteste bis heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt aus dem Jahr 1516), wurde auch Bier mit Gundermann gebraut. Seine herbe Würze wird als eine Mischung aus Petersilie und Minze beschrieben.


Ein Kraut, das man überall findet. Es wurde vermutlich seit der Jungsteinzeit genutzt, da es auch in besiedeltem Raum gut wächst. Seine Eigenschaft als Wundheiler hat ihm seinen Namen beschert; das altgermanische Wort «Gund» bedeutet Eiter, Geschwür. Da der Gundermann nur in der Blütezeit aufrecht steht (damit die Bienen besser bestäuben können) und ansonsten dem Boden entlang wächst, ist er auch unter dem Namen Erdefeu oder Gundelrebe bekannt.

Aus eben jenen Reben lassen sich wunderbar Kränze winden; diesen werden ganz besondere Kräfte zugesprochen; Wer an Beltane (= Waldpurgisnacht) einen Kranz aus Gundermann trage, könne erkennen, wer eine Hexe sei, so die Legende. Ausserdem wurde der Gundermann an Kühe verfüttert, die wenig oder keine Milch mehr gaben. Das Hexenwerk wurde entsprechend mit Gundermann und diversen Segenssprüchen bekämpft.

Auch bei Mundfäule wurde der Gundermann empfohlen, da angeblich schon Jesus diesen Tipp an Petrus weitergab: «St. Petrus, hol drei Gundelreben / und lass sie in deinem Mund Umschweben /so wird dein Mund gesund werden!»



Erkennungsmerkmale Gundermann (Glechoma hederacea)



Der Stengel ist vierkantig, was aber erst zu sehen ist, wenn er etwas fester wird. Zur Blütezeit von April bis Juni stellt sich der Stengel auf, damit die Anflugbahn für die Bienen optimal ist. Die Blätter sind rundlich und gewellt oder gekerbt und etwa 0,5-3 cm gross und stehen gegenständig mit einem kurzen Stiel am Stengel. Die blauvioletten Blüten wachsen direkt am Stengel bei den Blättern und sind sehr klein und lippenförmig.

Als Heilpflanze hilft der Gundermann vor allem bei Entzündungen. Ausserdem ist er auswurffördernd, zusammenziehend und krampflösend. Somit angezeigt bei eitriger Bronchitis, Hernwegserkrankungen oder Schnupfen. Überall da, wo Eiter und Schleim fliesst, ist Gundermann angesagt.

Ich verwende vor allem die Gundermann Salbe für schlecht heilende Wunden.







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